Bahnhof St. Ingbert: Sanierung und Sicherheit im Fokus
Gemeinsame Pläne von Stadt, Ortsrat und Bahn für mehr Sauberkeit, offene Toiletten und bessere Sicherheit bis 2029


In den letzten Jahren hat der Bahnhof St. Ingbert immer wieder für Diskussionen gesorgt. Mangelnde Sauberkeit, das Fehlen von Toilettenanlagen, ein schlechtes Sicherheitsgefühl und das weitgehend leerstehende Empfangsgebäude waren wiederholt Anlass für Kritik aus der Bevölkerung und der Kommunalpolitik. Nun wollen Ortsrat, Stadtverwaltung und Vertreter der Deutschen Bahn gemeinsam konkrete Verbesserungen anstoßen.
Gemeinsamer Einsatz für Verbesserungen
Ein kürzlich stattgefundener Ortstermin am St. Ingberter Bahnhof verdeutlicht das neue Engagement. Eingeladen hatte Ortsvorsteherin Irene Kaiser auf Bitten des Ortsrates St. Ingbert-Mitte. Neben ihr nahmen Beigeordneter Markus Schmitt, die Geschäftsbereichsleiter Christoph Anstadt (Städtischer Betriebshof) und Thomas Schöben (Bürgerservice Ordnung) sowie Jennifer Sauer, Bahnhofsmanagerin der Deutschen Bahn für das Saarland, am Gespräch teil. Mit dabei waren auch zwei weitere DB-Mitarbeiter.
Jennifer Sauer machte deutlich, dass die bestehenden Probleme bekannt seien. Die Deutsche Bahn habe in den letzten Jahren bereits verschiedene Modernisierungen angestoßen, darunter neue Bahnsteigbeläge, Zuginformationsmonitore, Sitzbänke sowie neue Fenster am Empfangsgebäude. Verbesserungsbedarf gebe es weiterhin bei der Reinigung: Trotz täglicher Reinigung reichten die Mülleimerkapazitäten häufig nicht aus.
Konkrete Schritte und Zukunftspläne
Beigeordneter Markus Schmitt brachte außerdem die Idee ins Spiel, das Empfangsgebäude zu erweitern. Dies solle den Bedürfnissen eines modernen Bahnhofs besser begegnen – insbesondere angesichts der geplanten CISPA-Ansiedlung nur wenige hundert Meter entfernt, die künftig für höhere Fahrgastzahlen sorgen dürfte. Die Deutsche Bahn kündigte an, die Stadt und ihre Gremien in die weiteren Planungen einzubinden.
Toilettenöffnung und Sicherheitskonzept im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war laut Ortsvorsteherin Irene Kaiser das Fehlen öffentlich zugänglicher Toiletten, das besonders bei größeren Veranstaltungen wie den Heimspielen des SV Elversberg negative Auswirkungen habe. Die Deutsche Bahn, vertreten durch Jennifer Sauer, will nun gemeinsam mit der Stadt ein Konzept erarbeiten, das die Öffnung der bestehenden Toilettenanlage neben der leerstehenden Gaststätte für den Publikumsverkehr möglich macht. Die Übernahme der Reinigungskosten müsse dabei – analog zu anderen Bahnhöfen wie in Homburg oder Saarlouis – geregelt werden.
Fabian Roschy, stellvertretender Ortsvorsteher, plädierte für eine rasche Umsetzung gemeinsamer Lösungen. Zudem sprach Ortsratsmitglied Dominik Schmoll die Einführung einer Sicherheitspatenschaft zwischen Stadt und Bahn mit Einbindung von Landes- und Bundespolizei an. Diese Patenschaft wurde bereits 2015 beschlossen, jedoch nie umgesetzt. Nun zeigte sich die Deutsche Bahn offen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen.
Weitere Herausforderungen und Ausblick
Trotz Fortschritten bleibt die ästhetische Gestaltung der neu errichteten Lärmschutzwand ein Problem. Eine Begrünung ist nicht möglich, und die Reinigung ist aufwendig. Dennoch betonten alle Beteiligten ihre Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu finden. Ortsvorsteherin Kaiser hob hervor, dass das Miteinander im Dialog an Bedeutung gewonnen habe. Der Ortsrat beschloss einstimmig, dass die Stadtverwaltung mit der Deutschen Bahn in Verhandlungen zum Toilettenkonzept und zur Sicherheitspatenschaft eintreten soll.
Die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren lässt darauf hoffen, dass der Bahnhof St. Ingbert in den kommenden Jahren an Attraktivität, Sauberkeit und Sicherheit gewinnt – sehr zur Freude der Bürgerinnen und Bürger sowie der Fahrgäste.
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