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Faust neu gedacht: „Doktormutter Faust“ in St. Ingbert

Die Ingberter Theatergruppe „Musenbolde“ zeigt am 24. April in der Stadthalle eine feministische, gesellschaftskritische Bearbeitung des Goethe-Klassikers.

Die Ingberter Theatergruppe „Musenbolde“ bringt mit „Doktormutter Faust“ eine feministische Neuinterpretation des klassischen Faust-Stoffs auf die Bühne. Die Aufführung findet am Freitag, 24. April 2026, um 19.00 Uhr in der Stadthalle St. Ingbert statt. Im Zentrum steht eine zeitgemäße, gesellschaftskritische Neubearbeitung des Goethe-Klassikers, die sich ausdrücklich an ein junges, kritisches Publikum richtet.

Eine neue Perspektive auf den Faust-Stoff

Verfasst wurde das Stück von der preisgekrönten Autorin Fatma Aydemir, bekannt durch Ellbogen und Dschinns. Die Vorlage wird dabei nicht nur modernisiert, sondern inhaltlich deutlich neu gedacht. Ausgangspunkt bleibt die bekannte Zeile aus Goethes Werk: „Alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht.“

Anders als im klassischen Stoff steht diesmal nicht der Gelehrte Heinrich im Mittelpunkt, sondern die brillante Professorin Dr. Faust. Damit verschiebt sich der Blick auf die Geschichte grundlegend. Die Hauptfigur bewegt sich in einer wissenschaftsfeindlichen Gesellschaft, wird von Studierenden für ihren Mut und ihre Haltung gefeiert, zugleich aber von der Öffentlichkeit als Verschwörerin diffamiert.

Zwischen Anerkennung, Druck und gefährlichem Pakt

Die Inszenierung setzt auf eine Figur, die zwischen unterschiedlichen Erwartungen und Angriffen aufgerieben wird. Als Mephisto ihr begegnet, nimmt das Geschehen eine dramatische Wendung: Dr. Faust schließt einen gefährlichen Pakt und verfällt zugleich der Liebe zu einem ihrer Doktoranden.

Damit verbindet das Stück klassische Motive mit aktuellen Fragen nach Macht, Abhängigkeit und gesellschaftlicher Wahrnehmung. Die Produktion versteht sich als kraftvolle Neubearbeitung, die den bekannten Stoff in eine neue Gegenwart überführt.

Fragen nach Personenkult und Machtstrukturen

„Doktormutter“ geht laut Mitteilung weit über eine bloße Neuinterpretation hinaus. Das Stück öffnet den Raum für Fragen nach Personenkult, Machtstrukturen und dem Glauben in einer komplexen, verunsicherten Welt. Intensive Dialoge, starke Bilder und die aktuelle Relevanz des Stoffes sollen den Abend prägen.

Die Inszenierung richtet sich dabei nicht nur an Faust-Liebhaberinnen und -Liebhaber, sondern ebenso an ein jüngeres Publikum ab 16 Jahren. Der Abend ist als Angebot zum Nachdenken, Diskutieren und Staunen angekündigt.

Tickets und weitere Informationen

Tickets sind unter www.-.de/events, telefonisch unter 0761 88849999 sowie an allen bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich, unter anderem an der Infotheke im Rathausfoyer der Stadt St. Ingbert.

Weitere Informationen gibt es bei der Abteilung Kultur unter Tel. 06894/13-518, per Mail unter @- oder über die Webseite www.st-ingbert.de/kultur.

Mit „Doktormutter Faust“ kündigt sich in St. Ingbert ein Theaterabend an, der den bekannten Klassiker nicht einfach neu erzählt, sondern gezielt verschiebt: weg von der vertrauten Perspektive, hin zu einer Figur, die den Stoff aus einer anderen, modernen und feministischen Sicht lesbar macht.

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