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Neues Leben für St. Ingberter Friedhöfe

Kolumbarium, Sternenkinder-Grab und nachhaltige Grableuchten verbinden Tradition mit moderner Bestattungskultur

Neues Leben für St. Ingberter Friedhöfe
Bild zum Beitrag© Redaktion St. IngbertBild 1 von 2

Der Alte Friedhof in St. Ingbert-Mitte ist seit über zwei Jahrhunderten ein bedeutender Ort der lokalen Kultur- und Industriegeschichte. Die zahlreichen Grabsteine zeugen von der Verbindung zur Vergangenheit und den prägenden Familien der Stadt. Mit Blick auf eine würdige Bewahrung und zeitgemäße Weiterentwicklung des Areals nahm eine Kommission unter Leitung von Dominik Schmoll und Ortsvorsteherin Irene Kaiser die Anlage kürzlich bei einer Begehung genauer in Augenschein.

Maßnahmen für Gegenwart und Zukunft

Gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung wurden unter anderem Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Friedhofs beraten. Ein zentrales Thema war dabei die sich verändernde Bestattungskultur, die neue Anforderungen stellt. Die Kommissionsmitglieder informierten sich bei Christian Lambert, dem Leiter der Abteilung Stadtgrün und Friedhofswesen, sowie Friedhofsmeister Andreas de Groot über konkrete Pläne.

Geplant ist unter anderem ein Kolumbarium in den früheren Aufbahrungsräumen des Friedhofsgebäudes aus dem Jahr 1938. Dadurch soll eine bezahlbare und zeitgemäße Form der Urnenbestattung geschaffen werden, ohne dass neue Urnenwände errichtet werden müssen. Für dieses Projekt sind im kommenden Doppelhaushalt sowie im Finanzplan bereits Mittel vorgesehen.

Historische Verantwortung und praktische Verbesserungen

Vorrang hatte bei den Beratungen auch der verantwortungsvolle Umgang mit dem historischen Erbe. Die Kommission würdigte ausdrücklich, dass ehrwürdige und nicht mehr genutzte Gräber als Urnensammelstellen erhalten bleiben. Die Pflege von Grabstätten verstorbener Ehrenbürgerinnen und -bürger ist weiterhin durch die Friedhofsverwaltung gesichert.

Positiv aufgenommen wurde zudem die kürzlich erfolgte grundlegende Reinigung der Kriegsgräber, die dem historischen Bereich sichtbar zugutekommt. Um die Versorgung der Friedhofsbesucherinnen und -besucher weiter zu verbessern, soll der Ortsrat auf Vorschlag von Andreas de Groot den Kauf von 60 zusätzlichen Gießkannen für die Friedhöfe in St. Ingbert-Mitte prüfen.

Perspektiven für den Waldfriedhof

Auch der größte Friedhof der Stadt, der Waldfriedhof, steht im Fokus kommender Entwicklungen. Vorgesehen ist dort unter anderem die Neugestaltung des Sammelgrabes für sogenannte Sternenkinder. Ein erster Entwurf wird in der nächsten Ortsratssitzung vorgestellt. Die Umsetzung des neuen Konzeptes ist bereits für das kommende Jahr eingeplant.

Eine weitere Neuerung betrifft die Einführung von Automaten für klimaneutrale Grableuchten aus Bio-Wachs. Dieses zusätzliche Angebot eines kommerziellen Anbieters ist als umweltfreundlicher und kostenfreier Service für Besucherinnen und Besucher gedacht.

Würdigung der Arbeit der Friedhofsverwaltung

Ortsvorsteherin Irene Kaiser sprach den Aktiven der Friedhofsverwaltung – insbesondere Abteilungsleiter Christian Lambert und Friedhofsmeister Andreas de Groot – den Dank des gesamten Ortsrates für das engagierte und verantwortungsvolle Arbeiten aus. Ihr täglicher Einsatz trage entscheidend dazu bei, dass die Friedhofsanlagen trotz begrenzter finanzieller Mittel gepflegt und zukunftsorientiert weiterentwickelt werden.

Die jüngste Begehung hat erneut gezeigt, wie wichtig und herausfordernd die Pflege des Alten Friedhofs und der dazugehörigen Anlagen für die Historie und die künftigen Generationen ist. Die geplanten Maßnahmen stehen dabei beispielhaft für einen respektvollen Umgang mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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