Rathaussturm in St. Ingbert: Narren übernehmen das Kommando
Faasenacht 2026: Humorvolle Proteste und Feierlichkeiten im Rathaus

Am 14. Februar 2026 verwandelte sich St. Ingbert zur Hochburg der „Faasenacht“. Beim traditionellen Rathaussturm übernahmen zahlreiche Närrinnen und Narren die Kontrolle über das Rathaus und brachten damit ein wichtiges Brauchtum auf die Straßen der Stadt. Pünktlich um 11:11 Uhr setzte sich der bunte Zug auf dem Marktplatz in Bewegung und steuerte in ausgelassener Stimmung die Verwaltungsburg an.
Spektakulärer Schlagabtausch zwischen Angreifern und Verteidigern
Der Fanfarenzug der NKV Elversberg führte die närrische Truppe gemeinsam mit Karnevalsvereinen aus St. Ingbert an. In farbenfrohen Kostümen zogen die Teilnehmer Richtung Rathaus – wo sie auf entschlossenen Widerstand stießen. Oberbürgermeister Ulli Meyer, verkleidet als „Freddie Mercury“, stellte sich gemeinsam mit Mitarbeitenden der Stadtverwaltung sowie Mitgliedern des Stadtrates dem Ansturm entgegen. Unterstützung erhielt das Verteidiger-Team von der Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert, die schützend den Eingang barrikadierte.
Im ersten Stock entwickelte sich ein pointenreicher, humorvoller Schlagabtausch. Die Angreifer griffen aktuelle Themen der Stadtpolitik auf, wie etwa die geplante Ansiedlung des CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit, ungelöste Probleme rund um die Gelben Säcke sowie die Baustellensituation in der Kohlenstraße und Josefstaler Straße. Auch der Flohbefall im Rathaus diente als Steilvorlage für närrische Spitzen.
Rheinland-Pfalz. Die Zeit steht für fröhliche Feiern, Umzüge und ausgelassene Traditionen, bevor die Fastenzeit beginnt."/>
Symbolträchtige Eroberung: Der Rathausschlüssel wechselt die Seiten
Auf Seiten der närrischen Angreifer traten unter anderem Heike Kretschmer (RCV Holzhauer), Maren Schwarz (Kirchengemeinde St. Franziskus), Angie Boussonville (Die Schermscha) und Sandra Wagner (DNZ) an, um die Macht im Rathaus zu übernehmen. Der Angriff wurde musikalisch vom Fanfarenzug Elversberg begleitet und sorgte für ausgelassene Stimmung.
Trotz des engagierten Widerstands mussten sich Oberbürgermeister Meyer und sein Team am Ende geschlagen geben. Mit dem symbolischen Verlust des Rathausschlüssels ging die Regentschaft für die Faasenachtszeit an die Narren über.
Höhepunkt der Feierlichkeiten im Kuppelsaal
Nachdem die Eroberung erfolgreich abgeschlossen war, zog die närrische Gesellschaft in den Kuppelsaal des Rathauses weiter. Dort wurde mit Musik, Tanz und geselligem Miteinander weitergefeiert. Der ausgelassene Vormittag fand so einen stimmungsvollen Abschluss und unterstrich die Bedeutung der Fastnacht für das gesellschaftliche Leben in St. Ingbert.
Das Ereignis zeigte erneut, wie sehr Traditionen und humorvolle Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Themen im lokalen Brauchtum verankert sind. Der Rathaussturm bleibt für St. Ingbert ein fester und lebendiger Bestandteil der fünften Jahreszeit.
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