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Zwei unbekannte Zeitzeugnisse im Stadtarchiv St. Ingbert entdeckt

Neue historische Dokumente von 1909 und 1935 erweitern den Blick auf die lokale Geschichte

Zwei unbekannte Zeitzeugnisse im Stadtarchiv St. Ingbert entdeckt
Bild zum Beitrag© Redaktion St. Ingbert

Das Stadtarchiv St. Ingbert bereichert seine Sammlung um zwei besondere Zeitzeugnisse. Stephan Schweitzer, Sohn des Rohrbacher Bäckereibesitzers Arthur Schweitzer, fand in den Unterlagen seines verstorbenen Vaters zwei bislang unbekannte Zeitungsdokumente aus St. Ingbert und übergab sie nun dem Stadtarchiv.

Unbekanntes Satireblatt entdeckt

Eines der übergebenen Dokumente ist eine Ausgabe vom 23. Januar 1909 der "Stadtbas. Humoristisch-satirische Wochenschrift für unpolitische Kommunalpolitik". Bislang war nur der St. Ingberter Stadtanzeiger als historische Zeitung der Stadt bekannt. Die Entdeckung eines weiteren, noch dazu satirischen Blattes sorgte im Archiv für Überraschung und Freude.

Besonders bemerkenswert: Schon auf dem Titelblatt findet sich ein Gedicht mit dem Titel "'s Erdbewe im Dingmerter Stadtrat", das vermuten lässt, wie lebhaft es damals in den Stadtratsitzungen zuging. Die Einzigartigkeit dieser Ausgabe wurde auch von Michael Dahl, Mitarbeiter des Stadtarchivs, hervorgehoben: „Deshalb freut uns diese Schenkung ganz besonders“.

Festschrift der Veteranen: Zeitgeschichtliches Zeugnis

Das zweite übergebene Dokument stammt von einem Treffen des Veteranenvereins 22er, des 22. Infanterieregiments „Fürst Wilhelm Hohenzollern“. Das Ereignis fand im Juli 1935 statt und fällt in die Zeit der Rückgliederung des Saargebiets zum Deutschen Reich. Wie Michael Dahl erläutert, wurde das Datum wahrscheinlich bewusst gewählt, da zuvor ähnliche Zusammenkünfte im Saargebiet nicht möglich waren.

Zur Veranstaltung kamen über 200 Veteranen zusammen. Ein Grußwort des damaligen Bürgermeisters Dr. Schier würdigt das Ereignis: „Die Feststadt grüßt, die in diesen Tagen hierherkommt, um alte Kameradschaften zu erneuern und Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse auszutauschen. Sie heißt alle herzlich willkommen im befreiten Saarland.“ Die erhaltene Festschrift umfasst 20 Seiten und ist weitgehend vollständig, nur das Deckblatt fehlt.

Stadtgeschichte im Archiv – Schätze für die Öffentlichkeit

Mit Dokumenten wie diesen werden bislang unbekannte Kapitel der Stadtgeschichte aufgedeckt und zugänglich gemacht. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer unterstreicht die Bedeutung solcher Funde: „Ich freue mich immer sehr, wenn Bürgerinnen und Bürger bei der Auflösung von Nachlässen an uns denken und Fundsachen zur Geschichte unserer Stadt dem Archiv anbieten. Mein Apell daher: Bitte werfen Sie alte St. Ingberter Dokumente, die vielleicht archivwürdig sind, nicht einfach in den Müll. Unser Stadtarchiv ist dankbar für Ihre Überlassungen.“

Das Stadtarchiv St. Ingbert macht seine Bestände der Öffentlichkeit zugänglich. Für eine Einsichtnahme empfiehlt sich eine Terminvereinbarung, sodass Mitarbeitende gewünschte Dokumente vorbereiten können.

Die Überlassung dieser Zeitzeugnisse zeigt: Historische Dokumente können auch heute noch Licht auf wenig bekannte Aspekte der Stadt werfen – und sind wertvolle Quellen für die Erinnerungskultur St. Ingberts.

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