Erinnerungsweg jüdischen Lebens in St. Ingbert startet digital

Neuer „Erinnerungsweg jüdischen Lebens“ in St. Ingbert: Rundgang mit fünf Stolpersteinen, Hörstationen per Actionbound-App und Zeitzeugen-Geschichten.

Von Redaktion St. Ingbert2 Min. Lesezeit
Nahaufnahme von zwei Stolpersteinen im Gehweg mit Metallplatten, im Hintergrund ein Straßenschild und weitere Details der Innenstadt.

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Ab sofort lädt der neue „Erinnerungsweg jüdischen Lebens in St. Ingbert“ dazu ein, die Geschichte ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger auf besondere Weise kennenzulernen. Der rund einstündige Rundgang führt zu fünf Stolpersteinen in der Innenstadt und stellt die Familien Beer, Kahn, Meyer und Schmitt vor.

Hörstationen an den Stolpersteinen

Entwickelt wurde der digitale Erinnerungsweg von sieben Schülerinnen und Schülern des Albertus-Magnus-Gymnasiums St. Ingbert im Rahmen der AG „Zweitzeugen“ unter der Leitung von Eva Bacher. Über die kostenlose Actionbound-App lassen sich die Hörstationen direkt an den jeweiligen Stolpersteinen abrufen. Die Jugendlichen lesen aus Briefen vor und erzählen von den Lebenswegen und Schicksalen der früheren jüdischen Bürgerinnen und Bürger.

Eine besondere Station befindet sich in der Gustav-Clauss-Anlage. Dort berichtet „Steffi Beer“ aus ihrer Familiengeschichte. Zu den Stationen gehören außerdem die Stolpersteine in der Innenstadt, unter anderem in der Rickertstraße für Otto und Lucy Beer.

Auch für Kinder und Jugendliche geeignet

Ergänzt werden die Hörbeiträge durch kleine Quizfragen. Damit richtet sich der Erinnerungsweg auch an Kinder und Jugendliche im Alter von etwa acht bis 14 Jahren. Der Rundgang ist selbsterklärend aufgebaut, setzt keine Ortskenntnisse voraus und ist barrierefrei gestaltet.

Für den etwa einstündigen Weg empfiehlt es sich, etwas Zeit einzuplanen und gegebenenfalls eine kleine Verpflegung mitzunehmen. Vor Ort gibt es keine zusätzliche Beschilderung, deshalb sollte die kostenlose Actionbound-App vor dem Start heruntergeladen werden.

Informationen zum Erinnerungsweg, zum Download und zur Nutzung der App gibt es auf der Seite „Erinnerungsweg jüdischen Lebens in St. Ingbert | Stadt St. Ingbert“.

Besuche in Schulklassen

Der Erinnerungsweg ist Teil der Arbeit der „Zweitzeugen“-AG des Albertus-Magnus-Gymnasiums. Die frisch ausgebildeten Zweitzeugen bieten auch Besuche in Schulklassen an und erzählen dort mit Materialien die Geschichten ehemaliger jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger weiter. Schulen, die Interesse an einem Besuch haben, können sich bei Eva Bacher unter [email protected] melden.

An der Entstehung des Erinnerungswegs waren neben den sieben Schülerinnen und Schülern und Eva Bacher auch Stephan Friedrich, das Stadtarchiv St. Ingbert, die Abteilung Tourismus der Stadt St. Ingbert und Dieter Wirth beteiligt.

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