Pilze aus dem Bunker
„Fünfter Geschmack“ verkauft auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert biozertifizierte Edelpilze aus eigener Produktion – mit Infos zu Zucht, Zubereitung und Umami.


Auf dem St. Ingberter Wochenmarkt ist ein Angebot zu finden, das regionale Produktion, Bio-Qualität und ein ungewöhnliches Zuchtkonzept miteinander verbindet. Hinter dem Namen „Fünfter Geschmack“ steht das Unternehmen von Maximilian Wagner aus Saarbrücken, das gemeinsam mit der Familie Edelpilze in einem eigenen Bunker produziert und sie unter anderem in St. Ingbert verkauft.
Familienbetrieb mit Pilzzucht im Bunker
Auf dem Wochenmarkt sorgt vor allem die Verbindung aus handwerklicher Produktion und direktem Verkauf für Aufmerksamkeit. Am Stand erhalten Kundinnen und Kunden laut Mitteilung nicht nur sorgfältig ausgewählte Edelpilze, sondern auch Informationen zur Zubereitung, zur Pilzzucht und zu Umami, dem sogenannten „fünften Geschmack“.
Das Unternehmen versteht sich als Beispiel für regionale, frische und gesunde Bio-Produkte, die samstags auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert angeboten werden. Produziert werden die Pilze in einem Bunker in Saarbrücken.
Ein ehemaliger Regelbunker als Produktionsort
Die Geschichte des Standorts reicht laut Pressemitteilung zurück bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Auf dem Grundstück des Urgroßvaters der Familie Wagner in Saarbrücken wurde damals ein Regelbunker nach höchsten Standards gebaut. Später sollte er für den Kalten Krieg ertüchtigt werden, geriet dann jedoch in Friedenszeiten in Vergessenheit und gehört heute dem Grundstückseigentümer, der Familie Wagner.
Der Bunker hat eine Grundfläche von 110 Quadratmetern und blieb über viele Jahre ungenutzt. Erst als Maximilian Wagner während seines E-Commerce-Studiums die Idee entwickelte, dort Pilze zu züchten, bekam das Bauwerk eine neue Funktion. Nach Angaben der Familie sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit nahezu stabil und damit gut geeignet für die Pilzzucht.
Von der Idee zum Familienunternehmen
Die ursprüngliche Idee des Sohnes wurde mit Messapparaturen und Kühlhäusern weiterentwickelt und am restaurierten Bunker professionalisiert. Inzwischen ist daraus ein Familienunternehmen geworden. Die Pilze wachsen dort nach Darstellung der Wagner-Familie unter nahezu laborähnlichen Bedingungen und vollständig sauber.
Schon im ersten Jahr produzierten die Wagners 2,4 Tonnen Edelpilze. Zunächst umfasste das Sortiment Kräutersaitling und Shiitake. Später kamen Austern- und Rosensaitling hinzu sowie der krause und schmackhafte Pom Blanc, auch Igelstachelbart genannt.
Geschlossener Kreislauf ohne Abfälle
Besonders hervorgehoben wird in der Mitteilung der geschlossene Produktionskreislauf. Die Substratblöcke, auf denen die Pilze wachsen, werden entweder weitergegeben oder an Wirbellosenzüchter abgegeben beziehungsweise zu Humus verarbeitet. Unverkaufte Pilze werden zudem weiterverarbeitet, unter anderem zu Trockenpilzen, Gewürzen, Nudeln oder Pesto.
Nach Angaben des Unternehmens entstehen dadurch keine Abfälle. „Fünfter Geschmack“ ist biozertifiziert und setzt auf eine Produktion, die möglichst vollständig verwertet wird.
Angebot auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert
Wer die Edelpilze direkt kaufen möchte, findet „Fünfter Geschmack“ samstags auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert. Dort steht neben dem Verkauf auch die persönliche Beratung im Mittelpunkt.
Weitere Informationen nennt das Unternehmen auf seiner Website.
Weitere Informationen zu „Fünfter Geschmack“https://fuenftergeschmack.com/
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